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Versuch
einer
geographisch-historischen-statistischen
Beschreibung
des
kön. bayer. Rheinkreises
von
Michael Frey,
katholischem Pfarrer zu Hatzenbühl, Inspector der kathol. deutschen Schulen
des Land-Commissariats Germersheim

Dritter / Vierter Theil.
Beschreibung des Gerichts-Bezirkes von Kaiserslautern, Zweibrücken
Speyer 1836 - 1837, Nachdruck Pirmasens 1975

S. 355 ff.

13) Queichhambach,

Dörfchen, g. St. östlich von Annweiler, auf der rechten Seite der Queich und an der straße nach Landau gelegen, hieß ehedem Hanenbach, von dem gleichnamigen Bach, der sich gegenüber in die Queich ergießt, und unter der Benennung des Grevenhauser Dorfbächlein bekannter ist. In späterer Zeit erhielt der Ort den Namen "Queich-Hambach", um sich von Waldhambach zu unterscheiden. Er ist übrigens sehr alt; denn die Reichsvögte von Trifels pflegten schon von der frühesten Zeit her zu Queichhambach das Blutgericht zu halten: dagegen war der Abt von Hornbach daselbst der Eigenthums-Gerichts-Herr, l). Später zählte das Dörfchen zu dem zweibr. Amte Neukastel.

Bereits im XIII. Jahrhundert hatte das Kloster Hornbach die meisten Gefälle und Rechte hier besessen. Nach einem Weisthume und Rechtsspruche des hiesigen Gerichts vom J. 1380 gehörten zu demselben 3 Bezirke, nämlich: 1) der St. Pirmans-Bezirk, worin der Abt von Hornbach die Zinsen und andere Gerechtsamen allein zu genießen hatte; 2) der Bezirk der Herren von Scharfeneck, worin diese mit dem Hornbacher Abte die Beth und Frevel theilten; 3) der Bezirk des Klosters Eusserthal, welches mit dem Abte von Hornbach Beth und Frevel zu gleichen Theilen bezog. Unter diesen Erwerbungen sind auch die, im J. 1283 vom Konrad von Ochsenstein und dessen Tochter Margaretha, Gräfin von Homburg, erkauften Güter begriffen, m). Auch hatte der Ritter Johann von Metze dem Kloster Haimbach 20 Mltr. Korngülte auf der hiesigen Mühle geschenkt, und nach des Ritters Tod das Johanniter-Haus Haimbach die Gülte im J. 1296 an Eusserthal zu 75 pfund Häller verkauft, n).

Die hiesige Kirche, mit Pastorie, kommt schon im J. 1274 vor, der Pfarrsatz war dem Kloster Hornbach zuständig und wurde später von den Herzögen zu Zweibrücken ausgeübt, o). Sie rechnete bis zur Reformation zum Landkapitel Herxheim, ward nun reformirt, frühzeitig mit Annweiler als Filiale verbunden, und mit sonntäglichem Gottesdienste bedacht: was noch dermalen der Fall ist. Die Katholiken sind seither gleichfalls Filialisten von Annweiler.

Die Gemeinde umschließt auch die Neumühle, hat im J. 1768 aus 23 Familien bestanden, und auch im J. 1802 blos 157 Seelen gezählt, nämlich 53 Katholiken, 88 Reformirte und 16 Lutheraner; wogegen sie jetzt 278 Bewohner enthält, unter denen sich 91 Katholiken, 170 Protestanten und 17 Menoniten befinden.

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l) Kalenderarbeiten 327. Heintz, zweibr. Geschichte 39, 44.

m) Daselbst. Intelligenzbl. 1827. S. 256, 288.

n) N.S. dipl. XII. 271

o) N.S. dipl. XII. 210.

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Queichhambach

Seite aktualisiert am  06.03.2020